Hospitation in der Identitätsstiftung

Was dich während einer Hospitation in der Identitätsstiftung erwartet

Patrick Ney ist Projektmanager für Digitalisierung in der Landeshauptstadt Hannover im Fachbereich Senioren. Sechs Wochen hat er bei uns hospitiert.

Im Rahmen des Förderkreises, ein Instrument der Landeshauptstadt Hannover für die Qualifikation von jungen Fach- und Führungskräften, können Mitarbeiter*innen in der Stadtverwaltung und außerhalb hospitieren. Das Ziel ist ein Blick über den Tellerrand.

Schön, dass du bei uns gelandet bist! Konntest du dir das aussuchen?

Ja, ich habe mich bewusst für die Hospitation bei der Identitätsstiftung entschlossen. Bei unterschiedlichen Workshops kam ich mit Björn Vofrei, dem Geschäftsführer, in Kontakt. Seine Denkansätze waren erfrischend anders. Da Stadtverwaltung klassischerweise weniger der Hotspot für Kreativität und Innovation ist, war für mich klar: Das gucke ich mir in einer sechswöchigen Hospitation genauer an. Denn wie oft im Leben gibt es die Möglichkeit berufliches Neuland zu betreten?

Wie hast du dich im Voraus für deine Hospitation bei der Identitätsstiftung gewappnet?

Zusammen mit Björn habe ich mögliche Arbeitsinhalte für die Hospitation besprochen. Wir haben vereinbart, dass ich meine Expertise aus meinem Alter(n)swissenschaftlichen Studium und meine Sichtweise als Mitarbeiter einer Kommune einbringe und damit das Projektgeschäft unterstütze. Dann begann die Vorbereitungsphase für mich. Für das Thema Digitalisierung im Fachbereich Senioren arbeite ich allein. Da stellen sich natürlich die Fragen: Wie geht die Arbeit sechs Wochen ohne mich voran? Habe ich danach ein Arbeitschaos zu bewältigen? Vorbereitung, Austausch mit Vorgesetzten, Kolleg*innen und Netzwerkkontakten schien mir das Mittel der Wahl. Außerdem habe ich mir für die Hospitation die persönliche Challenge gesetzt, nicht aus dem Hintergrund meine Arbeit für die Stadt weiterzuführen.

Und ist dann alles anders gekommen als gedacht?

Der erste Hospitationstag begann. Ich hatte eine On-Boarding Beauftragte, und zwar Dorthe. On-Boarding kannte ich bisher nur vom Fliegen. Dorthe gab mir den ersten Überblick, WLAN-Zugriff, eine eigene E-Mail-Adresse, Fragen zu Essensunverträglichkeiten, Hinweise zum Bike-Sharing Angebot und vieles mehr. Während weiteren Gesprächen habe ich mehr über vergangene und neue Projekte gelernt. Ungewohnte Denkansätze von unterschiedlichen Menschen und viele Professionen unter einem Dach. Es fielen Begriffe, die mir neu waren. Nachfragen und verstehen. Mir wurde bewusst, dass es mir gerade geht, wie vielen Menschen die mit dem Thema Digitalisierung in Kontakt kommen. Digitalisierung als omnipräsente Veränderung mit neuen Denkmustern, Methoden und Begriffen, die nicht alle verstehen. Die Hospitation war also anders als erhofft. Wie ein Überraschungs-Ei. Ich wusste nicht was drin ist. Die Identitätsstiftung auch nicht. Die Neugierde verband uns.

„Wie geht’s mir“-Runden am Montagmorgen, Tiere im Büro, ein skurriler Requisitenschrank im Tresorraum vom Keller. Das alles hat dich nicht abgeschreckt. Im Gegenteil! Wir dürfen nach deiner Hospitation bei uns noch auf einigen Projekten mit dir zusammen arbeiten. Wie konnten wir dich dazu überzeugen?

Neben den Inhalten und der kreativen Vorgehensweise nehme ich zahlreiche organisatorische Impulse mit von denen ich in meiner Organisation einiges umsetzen möchte. Was mich auch fasziniert hat: die gelebte 4-Tage- Woche. Von Auszeit, verlängerten Wochenenden, Weiterbildung bis hin zur Umsetzung eigener Projekte: Jede*r scheint den freien 5. Tag anders zu nutzen. Während meiner Hospitation wurde regelmäßig zusammen gegessen und sich ausgetauscht.
Auch meine Leidenschaft für das Grillen fand einigen Zuspruch. Auch ohne Grill vor Ort gab es zufriedene Gesichter bei gegrillten Schweinefilet und Cheeseburger-Muffins.
In meiner eigentlichen Arbeit benötige ich viel Zeit für die Kommunikation in langen Besprechungen und der Beantwortung von Ping-Pong E-Mails mit vielen Beteiligten. Hier, in der Identitätsstiftung, ist Wissen in Bürostuhlnähe. Schneller direkter Austausch und ein internes Chatprogramm reduzieren die eingesetzte Arbeitszeit deutlich.
Den Führungsstil habe ich als kooperativ und demokratisch wahrgenommen. Es gibt zwar Geschäftsführung und Projektleitung doch die Identitätsstiftung setzt auf Eigeninitiative, Transparenz, Vertrauen, Partizipation und Vernetzung. Beeindruckt hat mich, dass alle Mitarbeitenden nach einem arbeitsintensiven halben Jahr geehrt wurden mit individuellen Urkunden und kleinen Geschenken.

Wie hast du dich konkret eingebracht?

Ich habe Workshops mit vorbereitet und Fördermittel für neue Projekte recherchiert. Meine Perspektive als kommunaler Mitarbeiter und die Altersexpertise konnte ich u.a. in das Mobilnetzwerk und auf Hannoverliebe.de einbringen. Demnächst werden dort auch Veranstaltungen für ältere Menschen sowie der Status zur Barrierefreiheit von Orten angezeigt.

Und kommst du uns auch nochmal Donnerstags zum gemeinsamem Mittagessen besuchen?

Auf alle Fälle! Nur wenn es Spargel gibt, überlege ich es mir nochmal.

id-stiftung
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