Utopien der Mobilität

Pionierfahrten in die Zukunft der Mobilität.

Urbane Logistik, autonomes Fahren oder Mobilstationen sind die Themen. Aber welche Pioniere der Mobilität braucht es im 21. Jahrhundert? Wir geben Denkanstöße für die Verkehrswende.

Aufgabe

Leitung eines Ideenlabs zum Thema „Zukunft der Mobilität“ und Entwicklung kreativer Denkanstöße für die Verkehrswende.

Idee und Wirkung

Wir inszenieren elf kreative Pionierfahrten, die zum Umdenken einladen. Denn die Verkehrswende ist keine Frage der Technik, sondern verlangt soziale und gesellschaftliche Innovation. Daher suchen wir die Zukunft der Mobilität nicht bloß in E-Mobility, autonomen Fahren oder Carsharing-Apps. Sondern dahinter.

Wir schicken einen Mobilauten auf eine moderne Bildungsreise durch Deutschland, um die eigene Filterblase zu verlassen. Stellen einen Hochsitz an einer vielbefahrenen Kreuzung auf und laden zum Perspektivwechsel ein. Oder entwickeln ein Fahrrad, das genauso viel Lärm wie ein Auto macht.

Aus den Ergebnissen leiten wir Denkanstöße ab, die wir in Workshops und Vorträgen in die Diskussion um die Verkehrswende mit einbringen.

Denkanstoß

Der PKW-Führerschein wird bald ein Relikt vergangener Tage sein. In der Zukunft sollte nicht allein das Steuern eines Fahrzeugs, sondern in der Fahrschule ebenso die Auswirkungen auf Lebensraum und Umwelt, die unterschiedlichen Perspektiven vernetzter Verkehrsmittel und eine Ethik der Mobilität vermittelt werden.

  • Haben Sie schonmal einen interaktiven Vortrag zum Führerschein der Zukunft gehört?
  • Wieso macht man einen Führerschein nur fürs Auto – ohne dabei die Nutzung und Verknüpfung aller Verkehrsmittel (Car-Sharing, E-Bike, ÖPNV, etc.) zu lernen?
  • Warum kennen wir seit Jahrzehnten die technischen Lösungen für eine nachhaltigere Mobilität – und setzen sie gesellschaftlich dennoch nur so schleppend um?
Statistisch steht ein Auto 22:48 Stunden rum: Norbert Krause sitzt es mal aus

Von Pionierfahrten und Denkanstößen

Charles Lindbergh flog alleine über den Atlantik, Berta Benz wagte die erste Fernfahrt. Wie andere Pioniere und Pionierinnen der Mobilität vor und nach ihnen haben sie so neuen Fortbewegungsmöglichkeiten den Weg geebnet. Doch welche Pionierleistungen braucht das 21. Jahrhundert? Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem nicht eine fehlende technische Neuerung, sondern unser Umgang und Verständnis von Mobilität den wahren blinden Fleck auf der Landkarte markieren.

Daher setzen wir gemeinsam mit Norbert Krause und dem Team von Urban Invention elf kreative Pionierfahrten um: Anstatt in 80 Tagen um die Welt, lassen wir den Journalisten Jan Fischer als Pionier in 80 Minuten um den eigenen Wohnblock reisen. Als Alternative zum Elterntaxi entwickeln wir einen spielerischen Schulweg. Norbert Krause sitzt im Selbstversuch 22 Stunden und 48 Minuten lang in einem parkenden Auto, denn das ist genau die Zeit, die ein deutscher PKW durchschnittlich am Tag ungenutzt auf einem Parkplatz steht. An einer vielbefahrenen Hannoveraner Straßenkreuzung platzieren wir einen Hochsitz als Aussichtplattform und laden Passanten dazu ein, die Absurdität des alltäglichen Verkehrs aus einer neutralen Position zu beobachten. Und unseren Mobilauten Jens Eike Krüger schicken wir, angelehnt an die klassische Bildungsreise, zwei Monate auf verschiedene Missionen durch ganz Deutschland mit der Aufgabe, die eigene Filterblase zu verlassen.

Was Mobilauten so finden
Pionierfahrt: Erlebnis Schulweg

Dabei ist jede Pionierfahrt nicht bloß eine Inszenierung, sondern immer auch eine Forschungsreise, aus der wir konkrete Vorschläge ableiten. Der Hochsitz wurde zum Beispiel in Kooperation mit der Region Hannover umgesetzt und schafft Aufmerksamkeit für das Thema Verkehrssicherheit. Allein in der Region Hannover passiert alle 15 Minuten einen Verkehrsunfall. Vielfach ist die Unfallursache dabei das mangelnde Verständnis der verschiedenen Verkehrsteilnehmer für die Perspektive der anderen. Der Hochsitz ist ein Schritt dahin, den Menschen einen notwendigen Perspektivwechsel zu ermöglichen.

Die Erlebnisse der Projekte und Pionierfahrten münden in der Erkenntnis, dass es eine von Grund auf neugedachte Programmatik der Mobilitätsvermittlung in Deutschland braucht. So entsteht die Vision zum Mobilautenpass – dem Führerschein der Zukunft.

Dafür entwickeln wir abschließend ein interaktives Vortragskonzept und eine Toolbox, die für Veranstaltungen und Workshops gebucht werden kann und mit der wir gemeinsam mit den Anwesenden die Verkehrswende interaktiv erarbeiten und diskutieren können.

Logbuch des Projektes

Ansprechpartner für
Mobilität der Zukunft

Johanna Worbs

Konzepterin, Philosophin und Kulturbildnerin

worbs@id-stiftung.de

0511 – 16 58 10 37

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