Stadtteilkultur im Wandel

Veränderungsprozesses für die Stadtteilkultur in Hannover.

Muster durchbrechen, Neugier wecken, Lust auf unentdeckte Ufer machen: Wie aus einer künstlerischen Intervention die Lust auf einen zweijährigen Veränderungsprozess erwächst.

Aufgabe

Gestaltung eines Veränderungsprozesses und Impulse für die Weiterentwicklung der Stadtteilkultur.

Idee & Wirkung

Wir gestalten einen Prozess mit dem Ziel, die einzelnen Einrichtungen der Stadtteilkultur in Hannover als Gesamtorganisation zusammen zu führen. Der Prozess gibt den Teilnehmenden den gemeinsamen Raum, um Strategien zu entwickeln, die ihre Organisation angesichts aktueller Herausforderungen wie demografischer Wandel, Digitalisierung und veränderte Nutzungserwartungen zukunftsfähig machen. Im Fokus steht die Frage: Wie soll sich Stadtteilkultur entwickeln, um neue Nutzer*innen anzusprechen und weiterhin eine zentrale Rolle in der kuluturellen Landschaft in Hannover einzunehmen?

Das ist also der Einfach-Machen-Ansatz

Im Jahr 2014 erschien die Studie „Stadtteilkulturarbeit in Hannover. Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven“. Die Studie gibt Handlungsempfehlungen für die Entwicklung der Stadtteilkultur, lässt aber – wie für solche Studien typisch – die Frage offen, wie konkret ein solcher Entwicklungsprozess gestartet werden kann. An dieser Stelle setzen wir in dem Projekt an, um die Energie für einen Wandlungsprozess der 23 Stadtteilkultureinrichtungen in Hannover aufzubauen.

Hannover verfügt über 23 Stadtteilzentren, die von 130 Mitarbeiterinnen und 30 Führungskräften betrieben werden. Sie sind integraler Teil der städtischen Infrastruktur mit zahlreichen Angeboten und rund 1.000.000 Besucher/*innen pro Jahr. Um die Führungskräfte auf die Veränderungen ihrer Arbeit in einer digitalen Welt einzustellen, konzipieren und gestalten wir einen zweijährigen partizipativen Prozess, mit dem Ziel, Schlüsselkompetenzen und Aktivitäten zu filtern, eine neue Lern- und Entwicklungskultur zu verankern und die Betriebe so für die kommenden Herausforderungen fit zu machen.

Denkanstoß

Vielen Strategiepapieren und Analysen haftet das Problem an, dass die Inhalte keinen Aufschluss darüber geben, was genau denn am nächsten Tag am Besten zu tun ist. Und erst recht steckt in solch trockenen Dokumenten keine Aufbruchsstimmung, die eine Gruppe motiviert und in die Hände klatschen lässt. Daher braucht es neben strategischer Beratung auch eine gute Inszenierung, um einen Prozess zu starten.

  • Wie viel Energie für Veränderungen steckt in Ihrer Organisation?
  • Welche Muster sind in Ihrer Organisation so eingeschliffen, dass sie sich nur schwer durchbrechen lassen?
  • Werden Veränderungen in Ihrer Organisation ausreichend kommuniziert?
  • Wann waren Sie das letzte Mal so richtig irritiert?

Der Prozess

Impuls: Raus aus der Komfortzone!
Den Auftakt des Prozesses markiert eine künstlerische Intervention: Die rund 30 Teilnehmer*innen werden in einen der biedersten Vortragsräume der Stadt geladen und mit einem langweiligen Vortrag konfrontiert – bis plötzlich ein verstecktes Handy im Raum klingt und eine unbekannte Stimme zum Aufbruch auffordert. Aus dieser Situation heraus ergeben sich sechs Kleingruppen, die auf eine Entdeckungstour durch die ganze Stadt starten.

Irritation als Auftakt: Mit sechs Taxen werden die Kleingruppen in die Stadt gebracht, dort von Bürger*innen zum Mittag eingeladen, in Fahrradläden oder leerstehenden Kirchen zum Brainstormen aufgefordert, zu Best-Practise Beispielen geführt – und am Ende kommen alle wieder zusammen und der Abend klingt in einem gemeinsamen Abendessen aus.

Die Absicht dahinter: Muster durchbrechen, Neugier wecken, Lust auf unentdeckte Ufer machen. Auf die Exkursion folgen weitere Workshops, bei denen wir die gemachten Erfahrungen aufarbeiten und in kleinen Übungen uns dem Machen annähern.

Experimente wagen!

Als Zwischenergebnis entsteht ein Handbuch, in dem die zentralen Arbeitserkenntnisse festgehalten sind – und in dem sich die Teilnehmer*innen zugleich zu konkreten Handlungen bekennen, die in den folgenden Monaten erste Ergebnisse auf dem Weg zu einem neuen Selbstverständnis markieren. In einzelnen Experimenten probieren sie neue Ideen aus und sammeln Erfahrungen, die sie als Gruppe reflektieren. Das gemeinsame Selbstverständnis wächst im Prozess und der Versuch wird als bewegliche Handlungsstrategie in den Teams etabliert.

Den Wandel greifbar machen!

Eine Inspirations- und Toolbox als Ergebnis

Insgesamt über 24 Monate in 12 Workshops begleiten wir die Stadtteilkulturschaffenden durch den Wandelprozess. Vision, Haltung, Arbeitsweise und Kommunikation - in diesen Themenfeldern bewegt sich der Prozess. Parallel zu der internen Organisationsentwicklung starten wir einen partizipativen Designprozess. Ziel ist es, die über die kommenden Monate entstehenden Erkenntnisse direkt in Kommunikationsmedien zu überführen. So entsteht in Zusammenarbeit mit den Teilnehmer*innen die Tool- und Inspirationsbox „Funkenflug“.

Funkenflug

Wir leuchten mitten im Stadtteil: Eine Box mit fünf Modulen als Ergebnis einer Organisationsentwicklung. Partizipativ entstanden.

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Ansprechpartner für
Stadtteilkultur im Wandel

Johanna Worbs

Konzepterin, Philosophin und Kulturbildnerin

worbs@id-stiftung.de

0511 – 16 58 10 37

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