Stadtteilkultur im Wandel

Start eines Veränderungsprozesses für die Stadtteilkultur in Hannover.

Muster durchbrechen, Neugier wecken, Lust auf unentdeckte Ufer machen: Wie aus einer künstlerischen Intervention die Lust auf einen Veränderungsprozess erwächst.

Aufgabe

Initiierung eines Veränderungsprozesses und Impulse für die Weiterentwicklung der Stadtteilkultur.

Idee & Wirkung

Wir gestalten einen dreimonatigen Prozess mit dem Ziel, den ersten Startimpuls für den Wandlungsprozess zu geben. Den Auftakt markiert eine künstlerische Intervention: Die rund 30 Teilnehmer*innen werden in einen der biedersten Vortragsräume der Stadt geladen und mit einem langweiligen Vortrag konfrontiert – bis plötzlich ein verstecktes Handy im Raum klingt und eine unbekannte Stimme zum Aufbruch auffordert. Aus dieser Situation heraus ergeben sich sechs Kleingruppen, die auf eine Entdeckungstour durch die ganze Stadt starten.

Die Absicht dahinter: Muster durchbrechen, Neugier wecken, Lust auf unentdeckte Ufer machen. Auf die Exkursion folgen zwei Workshops, bei denen wir die gemachten Erfahrungen aufarbeiten und in kleinen Übungen uns dem Machen annähern. Am Ende wird live vor Ort im dritten Workshop mit den Teilnehmer*innen ein Handbuch gestaltet und gedruckt, das eine erste Orientierung für die kommenden Monate gibt.

Denkanstoß

Vielen Strategiepapieren und Analysen haftet das Problem an, dass die Inhalte keinen Aufschluss darüber geben, was genau denn am nächsten Tag am Besten zu tun ist. Und erst recht steckt in solch trockenen Dokumenten keine Aufbruchsstimmung, die eine Gruppe motiviert und in die Hände klatschen lässt. Daher braucht es neben strategischer Beratung auch eine gute Inszenierung, um einen Prozess zu starten.

  • Wie viel Energie für Veränderungen steckt in Ihrer Organisation?
  • Welche Muster sind in Ihrer Organisation so eingeschliffen, dass sie sich nur schwer durchbrechen lassen?
  • Werden Veränderungen in Ihrer Organisation ausreichend kommuniziert? … Sind Sie sicher?
  • Wann waren Sie das letzte Mal so richtig irritiert?

Das ist also der Einfach-Machen-Ansatz

Im Jahr 2014 erschien die Studie „Stadtteilkulturarbeit in Hannover. Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven“. Die Studie gibt Handlungsempfehlungen für die Entwicklung der Stadtteilkultur, lässt aber – wie für solche Studien typisch – die Frage offen, wie konkret ein solcher Entwicklungsprozess gestartet werden kann. An dieser Stelle setzen wir in dem Projekt an, um die Energie für einen Wandlungsprozess der 23 Stadtteilkultureinrichtungen in Hannover aufzubauen.

In einem dreimonatigen Prozess arbeiten wir gemeinsam mit rund 30 Akteurinnen und Akteuren der Stadtteilkultureinrichtungen aus Hannover an dem Einstieg in den Prozess. Den Beginn markiert die künstlerische Intervention, bei der ein langweiliger Vortrag nur der Auftakt zu einer ganztägigen Entdeckungstour ist: Mit sechs Taxen werden die Kleingruppen in die Stadt gebracht, dort von Bürger*innen zum Mittag eingeladen, in Fahrradläden oder leerstehenden Kirchen zum Brainstormen aufgefordert, zu Best-Practise Beispielen geführt – und am Ende kommen alle wieder zusammen und der Abend klingt in einem gemeinsamen Abendessen aus.

Mit der Energie und den Erkenntnissen der Exkursion gestalten wir zwei Workshops, in denen die Ergebnisse der Studie und das Selbstverständnis der Teilnehmer*innen gemeinsam analysiert, neue Impulse für die Stadtteilkulturarbeit gefunden und weiterführende Formatideen mit der Schwerpunktfrage entwickelt werden. Dabei stehen die Erfahrung der Teilnehmer*innen im Vordergrund: Wir greifen Zitate auf, die wir auf eigens designten Plakaten zurückspiegeln und so die dem Team innewohnende Expertise sichtbar machen.

Als finaler Akt entsteht auf dem dritten Workshop ein Handbuch, in dem die zentralen Arbeitserkenntnisse festgehalten sind – und in dem zugleich sich die Teilnehmer*innen zu konkreten Handlungen bekennen, die in den folgenden sechs Monaten erste Ergebnisse auf dem Weg zu einem neuen Selbstverständnis markieren.

Ansprechpartner für
Stadtteilkultur im Wandel

Johanna Worbs

Konzepterin, Philosophin und Kulturbildnerin

worbs@id-stiftung.de

0511 – 16 58 10 37

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